Band 8
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Abstracts
Ausgabe 8/9

Wissenskonstruktion und Wissensvermittlung. Reflexionen zum Afrikabild in Albert Schweitzers Reisebericht Zwischen Wasser und Urwald
Sylvère Mbondobari E. (Libreville)
Betrachtet man die Bezogenheit des Eigenen und des Fremden aufeinander im Hinblick auf die Wissenskonstruktion, die das bzw. der Fremde und das bzw. der Eigene in Albert Schweitzers Reisebericht Zwischen Wasser und Urwald hat, ergibt sich eine Vielzahl von Möglichkeiten. Bei Schweitzer haben Wissenskonstruktion und Wissensvermittlung vor allem eine kommunikative und eine hermeneutische Funktion. Der Fremde dient vor allem dazu, philanthropischidealistisches Interesse zu präsentieren. Er wird somit dargestellt, um Solidarität mit den Leidenden zu verkünden und die eigene Weltanschauung zu bestätigen. Hier wird die Beziehung zwischen Fremdem und Eigenem zur Verkörperung der eigenen Gesellschaftstheorie und Utopie. Besonders deutlich ist diese Subsumierung des Fremden unter die Perspektive des Eigenen in den Versuchen, bei den Afrikanern eine natürliche Aufnahmefähigkeit für das Elementare der Religion zu entdecken. Die Fremdheit des Anderen wird nur anerkannt, wenn sie den eigenen Vorstellungen entspricht.

Penser le voyage colonial et le vivre au théâtre : Le voyage d’Afrique au théâtre du IIIe Reich (1933-1945)
Esaïe Djomo (Dschang)
Le genre dramatique n’est pas souvent en vue lorsqu’il s’agit de littérature de voyage ou même de voyage dans la littérature. La présente contribution montre comment le théâtre fasciste, médium de diffusion et de consécration de l’oeuvre dramatique, haut lieu de simulation, d’exercice et de diffusion des standards culturels et idéologiques, c’està- dire, dans ce cas, de la Weltanschauung du IIIe Reich, a entrepris de faire à son public vivre sur les planches en Allemagne une aventure à laquelle il n’avait plus droit depuis la défaite de l’Allemagne à la Première Guerre mondiale. A défaut d’effectuer effectivement des voyages dans les colonies comme leurs voisins français ou anglais, les Allemands s’offraient le plaisir en allant revivre au théâtre leurs anciens voyages dans leurs colonies d’une part, et de simuler de nouveaux types de voyage d’Afrique. On en distingue principalement deux : avant le début de la guerre le public assiste aux voyages en aller-retour, dès 1940, peut-être compte tenu des victoires déjà réalisées grâce à la tactique de la guerre-éclair, le théâtre lui propose plutôt des voyages en aller simple. Le thème traité s’y prêtant ou l’imposant, le drame de voyage se démarque de la conception classique et développe sa propre esthétique et jette son dévolu sur ses héros propres, des acteurs de la vie publique allemande ayant joui d’une notoriété reconnue.

Von Hamburg nach Kamerun und zurück. Literarisches Reisen als kulturelle Fremderfahrung und Wissensaneignung am Beispiel der kolonialen Reiseliteratur
Albert Gouaffo (Universität Dschang)
Reise als Fahrt zu einem entfernteren Ort ist seit Anfang aller literarischen Überlieferung Stoff und Form des Erzählens gewesen. Wenn das Reisen in außereuropäische Regionen bis Ende des 18. Jahrhunderts noch ein Privileg einiger Gelehrter und Aristokraten war, wird es im 19. Jahrhundert dank der Erfindung von Dampfmaschinen und sonstigen Verkehrmitteln ein ganz populäres Phänomen. Die Gattung Reiseliteratur hat in jener Zeit Hochkonjunktur. Der Bedarf an Kolonien als Siedlungsgebieten für das überbevölkerte Europa oder an Absatzmärkten für Fertigprodukte aus der dort blühenden Industrie hat die Rezeption kolonialer Reiseliteratur nur noch erhöht. Wenn sich das Lesen von Reiseliteratur zuvor auf eine rein ästhetische Erfahrung fremder Länder und Landschaften reduzierte, wird die Nachfrage nach ihr jetzt um eine pragmatische Dimension erweitert. Für die Daheimgebliebenen wird das literarische Reisen als Reise in den Texten und durch die Texte zum privilegierten Mittel der Erfahrung der Landschaft, der Sitten und der Gebräuche der neuen ‚eigenen’ Landsleute aus den Kolonien. Die Erfahrung der Fremde wird mit der Hoffnung verbunden, irgendwann dort Fuß zu fassen. Fiktion und Realität ergänzen sich. Dieser neue Erwartungshorizont der Leser wird zum Lesepakt, und die Autoren versuchen, diesem Pakt zu entsprechen. Am Beispiel der Kolonialliteratur will der vorliegende Beitrag zeigen, wie die Fremderfahrung der impliziten Leser durch die im Reisetext programmierte Erzählerinstanz rezeptionsästhetisch gesteuert wird. Wir veranschaulichen unsere Analyse mit Beispielen aus der Reisererzählung von Carl Falkenhorst In Kamerun. Zugvogels Reise- und Jagdabenteuer (1887).

Sprachliche Eigenheiten der Berichterstattung über den Finanzmarkt in deutschen wissenschaftsjournalistischen Artikeln Gisela Thome (Saarbrücken) Kenntnis und Verstehen der Besonderheiten der in Presseberichten über den global aktiven deutschen Finanzmarkt üblichen Ausdrucksweisen sind eine unverzichtbare Voraussetzung für die vollständige und inhaltlich korrekte Aufnahme der einschlägigen Zeitungsartikel. Da diese erfahrungsgemäß die von Laien meistgenutzten Informationsquellen darstellen, sind ihre Autoren bemüht, das Verständnis ihrer Leserschaft in besonderer Weise zu unterstützen und deren Interesse und Aufmerksamkeit trotz der vergleichsweise trockenen Thematik wachzuhalten. Die dazu eingesetzten Ausdrucksmittel sind aufgrund der nur schwachen Berücksichtigung speziell des Sachgebiets Finanzen in der Fachsprachenforschung bisher noch kaum untersucht worden. Die Analyse von 127 einschlägigen Artikeln aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lässt als besonders häufige Merkmale Fachbegriffe und Sachverhalte erklärende bzw. Personen oder Institutionen vorstellende Vereindeutigungen in Form von Akronymen, Appositionen und Parenthesen erkennen. Ihnen folgen der Frequenz nach feste Wendungen bzw. Phraseme in Gestalt von Funktionsverbgefügen, Redensarten oder geflügelten Worten, die durch ihren Bekanntheitsgrad die Kommunikation erleichtern und eine gewisse Unterhaltsamkeit und Auflockerung bewirken. Letzteres gilt auch für die verwendeten Metaphern, Vergleiche und Personifikationen von Objekten und Sachverhalten. Das ausgeprägte Sprachbewusstsein der Autoren schützt diese allerdings nicht vor textuellen Schwächen, die sich als Verstöße gegen Stil, Grammatik und Logik sowie als schiefe Bilder manifestieren. Gleichwohl kann die Sprache des Finanzmarktes aufgrund ihrer vielfältigen erklärenden, Verständnis erleichternden und die Leseraufmerksamkeit erhaltenden sprachlichen Formen ungeachtet ihres fachlich anspruchsvollen Inhalts als abwechslungsreich und anschaulich und damit leserfreundlich gelten.

Gedächtnis- und Erinnerungspraktiken: Ein Vergleich zwischen oralem Märchenerzählen in Westafrika und den schriftlich fixierten Märchen der Brüder Grimm Mensah Wekenon Tokponto (Cotonou) Der vorliegende Beitrag geht auf die Problematik der Gedächtnis- und Erinnerungskultur ein und beruht zuerst auf den mündlichen Märchen und den bei deren Vermittlung verwendeten Erinnerungspraktiken bzw. Techniken in Westafrika, um sie in der traditionellen westafrikanischen Gesellschaft vor der Vergessenheit zu bewahren. Dann lenkt die Arbeit das Augenmerk des Lesers auf die wichtige Rolle der Erzähler und der Zuhörer, die im Vordergrund dieser Gedächtnisarbeit stehen. Außerdem vergleicht die Darstellung die Erinnerungsmethoden des traditionellen Märchenerzählers mit den gesammelten und dann schriftlich festgehaltenen deutschen Märchen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Bei dieser Vergleichsanalyse werden Parallelen und Differenzen zwischen der Oralität und der Schriftlichkeit der Märchen in Bezug auf deren Bewahrung herausgearbeitet. Die Untersuchung weist dabei auch auf die Verletzlichkeit mündlicher Märchen und die Verlässlichkeit schriftlich fixierter Märchentexte hin, was deren Haltbarkeit anlangt, und appelliert an den Beitrag, den afrikanische Literaturwissenschaftler zur Rettung oral erzählter afrikanischer Märchen angesichts der Globalisierung zu leisten haben.

L’exil comme manifestation et thérapie de la peur dans Ein Tutsi in Deutschland, le récit de vie de Thomas Mazimpaka Omer Lemerre Tadaha (Dschang) Pendant son exil allemand (1990-1998) Thomas Mazimpaka, rwandais de l’ethnie tutsie, affronte ses souvenirs et l’étrangeté de la terre d’accueil où il essaie tant bien que mal de se frayer un chemin. Après sept années de vie pénible dans des foyers d’accueil des demandeurs d’asile, il décide d’expier ses souffrances par le biais de l’écriture. C’est ainsi qu’il va publier en 1998 Ein Tutsi in Deutschland, un récit autobiographique dans lequel il retrace son chemin d’exil et son immigration en Allemagne. Dans ce récit, on découvre un sujet autobiographique qui fait l’expérience de la guerre civile. Ayant peur pour sa vie il adopte l’exil comme stratégie de survie. C’est un personnage qui impute ses souffrances au passé colonial de son pays, le Rwanda. Une analyse autobiographique et psychologique de son opuscule permettrait de voir dans quelle mesure l’exil peut être un fait positif. En insistant sur les causes et les manifestations de la peur dans l’oeuvre de Mazimpaka, on en viendrait à comprendre comment l’environnement extérieur réveille des émotions - qui sommeillent en l’individu - et le contraint à l’action.

Surtout on comprendrait comment l’exil, se révélant comme une thérapie de la peur, peut assumer une fonction salvatrice. German and French Colonisers in the Words of a Cameroonian Witness Anny Wynchank (Rondebosch) An analysis of Jean Ikelle-Matiba’s Cette Afrique-là enables us to compare German and French colonisation in Cameroon, as witnessed by the same character who actually lived then. He describes in detail the dedication and high moral standards of the Germans, but also their harshness. In 1918, the Germans were replaced by the French, who allowed the natives much greater freedom. The ruthlessness of the Germans, the casualness of the French and the injustice of their laws are noted but not stressed. However the writer singles out the educational, material and political profits gained from colonisation.(Saarbrücken)

 
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Inhaltsverzeichnis
Ausgabe 8/9

Einleitung

WISSENSKONSTRUKTION UND WISSENSTRANSFER IN DER DEUTSCHEN KOLONIALEN REISELITERATUR ZU AFRIKA 
SYLVÈRE MBONDOBARI E. (LIBREVILLE)

5
Thematischer Teil 9

WISSENSKONSTRUKTION UND WISSENSVERMITTLUNG. REFLEXIONEN ZUM AFRIKABILD IN ALBERT SCHWEITZERS REISEBERICHT ZWISCHEN WASSER UND URWALD
SYLVÈRE MBONDOBARI E. (LIBREVILLE)

11
PENSER LE VOYAGE COLONIAL ET LE VIVRE AU THÉÂTRE : LE VOYAGE D’AFRIQUE AU THÉÂTRE DU IIIE REICH (1933-1945)
ESAÏE DJOMO (DSCHANG)

31
VON HAMBURG NACH KAMERUN UND ZURÜCK. LITERARISCHES REISEN ALS KULTURELLE FREMDERFAHRUNG UND WISSENSANEIGNUNG AM BEISPIEL
DER KOLONIALEN REISELITERATUR
ALBERT GOUAFFO (DSCHANG)

51
Allgemeiner Teil 63
SPRACHLICHE EIGENHEITEN DER BERICHTERSTATTUNG ÜBER DEN FINANZMARKT IN DEUTSCHEN WISSENSCHAFTSJOURNALISTISCHEN ARTIKELN
GISELA THOME (SAARBRÜCKEN)

65
GEDÄCHTNIS- UND ERINNERUNGSPRAKTIKEN: EIN VERGLEICH ZWISCHEN ORALEM MÄRCHENERZÄHLEN IN WESTAFRIKA UND DEN SCHRIFTLICH FIXIERTEN MÄRCHEN DER BRÜDER GRIMM 
MENSAH WEKENON TOKPONTO (COTONOU)

87
L’EXIL COMME MANIFESTATION ET THERAPIE DE LA PEUR DANS EIN TUTSI IN
DEUTSCHLAND, LE RECIT DE VIE DE THOMAS MAZIMPAKA
OMER LEMERRE TADAHA (DSCHANG)

101

GERMAN AND FRENCH COLONISERS IN THE WORDS OF A CAMEROONIAN WITNESS
ANNY WYNCHANK (RONDEBOSCH)

119
Rezension

Abstracts

Zu den Autorinnen und Autoren
135

137

143

 
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Vorankündigungen

CALL FOR PAPERS/ APPEL D’ARTICLES

Mont Cameroun
Afrikanische Zeitschrift für interkulturelle Studien zum deutschsprachigen
Raum/Revue africaine d’études interculturelles sur l’espace
germanophone sucht Beiträge zu ihrem Band 10:


Übersetzung und interkulturelle Kommunikation im deutsch-afrikanischen Kontext Selbst im globalen Dorf mit der oberflächlichen Übermacht der englischen Sprache und den Informations- und Kommunikationstechnologien kristallisieren sich in der Tiefenzone ethnische und nationale Identitäten mit der in der Realität unumgänglichen Vielsprachigkeit heraus. So stehen neben Geistes- und Sozialwissenschaftlern sowie Diplomaten auch Migranten vor der Aufgabe, zwischen Sprachen und Kulturen zu vermitteln. Die Übersetzung gilt in diesem Rahmen als konkrete Äußerung der Interkulturalität.
Ergebnisse neuerer Forschungen zu interdisziplinären (Heidrun Gerzymisch-Arbogast 2008, Gisela Thome 2012) und besonders zu ethnopsycholinguistischen (Georgios Floros 2003, Astrid Ertelt-Vieth 2005, Igor Panasiuk 2006 u.a.) Aspekten der Sprach- und Kulturforschung erlauben einen Überblick über die neueren Erkenntnisse, die in der Übersetzungswissenschaft den ethnischen und kulturellen Spezifika Rechnung tragen.
Das Übersetzen gehört zum Wesen der Auslandsgermanistik, in der die epistemologischen Kategorien des „Eigenen“ und des „Fremden“ selbstverständliche Bestandteile der Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache, Literatur und Kultur sind. Und trotzdem wird der Übersetzung in den deutsch-afrikanischen germanistischen Beziehungen sowie in den afrikabezogenen Studien – abgesehen von wenigen Ausnahmen wie Janós Riesz 1986, Khadi Fall 1996 und Manuel Muranga 1991, 1997 - bis jetzt nur wenig Beachtung geschenkt. Doch wird im germanistischen Studium und in der Lehre sowie im außerund parauniversitären Bereich viel übersetzt.
In diesem Sinne ist das Ziel des Bandes breit aufgefächert: von der gegenwärtigen rein übersetzungstheoretischen Diskussion über didaktische Aspekte, curriculare Modelle bis hin zu den praktischen Aspekten des Übersetzens im deutsch-afrikanischen Kontext.
Senden Sie Ihr Beitragsangebot mit Abstract und Kurzbiographie bis zum 30. Juni 2013 an den Koordinator des Bandes (Dr. phil. Dotsé Yigbe ) oder an einen der beiden Herausgeber:
Prof. Dr. Albert Gouaffo und PD Dr. Salifou Traoré.

Hinweise für Autorinnen und Autoren
Zum Druck werden nur Originalbeiträge angenommen.
Aufsätze und Diskussionsbeiträge sollen einen Umfang von 20 Druckseiten, Berichte und Rezensionen einen Umfang von 5 Druckseiten nicht überschreiten.
Die Manuskripte werden mit 30 Zeilen pro Seite, ca. 60 Zeichen pro Zeile, eineinhalbzeiligem Abstand (1,5) und Schriftgröße 12, Times New Roman, entweder als Word-Dokument (Diskette) oder in einem E-Mail-Anhang an eine der angegebenen E-Mail-Adressen erbeten.
Längere Zitate sind jeweils 1 cm einzurücken. Eine max. zehn Zeilen lange Zusammenfassung des Beitrages in der Sprache, in der er verfasst wurde, wird ebenfalls erbeten. Am Schluss des Beitrags steht die volle Anschrift der Autorin bzw. des Autors mit akademischen Titeln. Literaturverweise werden im Text in Klammern gesetzt, z. B.: „[...] wie Götze (2001: 59 ff.) formulierte [...]“, nicht in Fußnoten. Hervorzuhebende Stellen sind fett zu setzen.

Das Literaturverzeichnis wird am Ende des Beitrages in alphabetischer Folge der Verfassernamen separat gegeben, z. B.: Helbig, Gerhard (2002). Linguistische Theorien der Moderne (Germanistische Lehrbuchsammlung, Bd. 19). Berlin Mummert, Ingrid/Pommerin, Gabriele (2001). Ansätze einer kreativitätsorientierten Textanalyse und Textüberarbeitung. In: Deutsch als Fremdsprache 3, 143-152. Redder, Angelika (2003). Transnationale Germanistik. In: Stickel, Gerhard (Hg.). Deutsch von außen. Berlin/New York, 274-291.
Die Autorinnen und Autoren erhalten ein Belegexemplar.

 
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Zu den Autoren
Ausgabe 8/9

Sylvère Mbondobari E., Prof. Dr., Studium der Interkulturellen Germanistik, der Komparatistik und der Politikwissenschaft an der Universität Bayreuth. Promotion im Fach Komparatistik mit den Nebenfächern Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Romanische Linguistik. Seit 2011 ist er Maître de conférences für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Omar Bongo Universität (Libreville/Gabun) und leitet dort das Forschungszentrum CERLIM (Centre Etude sur l’Imaginaire et la Mémoire). Zu den neuesten Publikationen gehören: Le factuel et le fictionnel dans la biographie coloniale. Pierre Sarvorgnan de Brazza dans Sous le casque blanc de R. Dorgeles » In : Mouckaga, Hugues/Mbondobari, Sylvère/ Owaye, Jean-Francois (Hg.) (2012). Vita activa, vita contemplativa. Autour de l’oeuvre et de la pensée d’un homme de culture. Mélanges offerts au Professeur Martin Alihanga. Libreville, 315-333 ; Prose postcoloniale et enjeux mémoriels. Discours, mythes et mémoire coloniale dans 53 cm et Petroléum de Bessora. In: Dion, Robert/ Fendler, Ute/Gouaffo, Albert/Vatter, Christoph (Hg.) (2012). Interkulturelle Kommunikation in der frankophonen Welt. Literatur, Medien, Kulturtransfer. Festschrift zum 60. Geburtstag von Hans- Jürgen Lüsebrink. St. Ingbert, 209-231; Les chemins de la critique africaine. Hrsg. zusammen mit Georice Madébé und Steeve Renombo, Paris (critique littéraire), 2012.

Esaïe Djomo, Prof. Dr., studierte Germanistik, Afrikanistik und Komparatistik in Yaoundé/Cameroun und Saarbrücken/Deutschland und promovierte 1992 in Saarbrücken. Danach konnte er als Hochschuldozent ab 1994 leitend mitwirken an der Gründung und Entfaltung der Abteilung für Angewandte Fremdsprachen an der Université de Dschang. Seit der Habilitation 2005 in Mannheim ist er Associate Professor für deutschsprachige Literatur und Kultur, Leiter der genannten Abteilung und, in dieser Position, Koordinator des Promotionsstudiengangs Sciences du Langage, Littératures et Cultures (SLLC) an der Université de Dschang (Cameroun). Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Deutsche Literatur, insbesondere deutschsprachige Kolonialliteratur (Drama und Lyrik), postkoloniale afrikanische Literatur und Kultur. Esaïe Djomo war Stipendiat seines Landes Cameroun (1979-1983), des DAAD (1984 und 1987-1992), der Deutschen Schillergesellschaft (Januar - Juni 2003) und der Alexander von Humboldt-Stiftung (2005). Er ist Mitglied der Deutschen Schillergesellschaft seit 2003 und des Germanistikverbands in Afrika Subsahara (GAS) seit 2004. Sein letztes Buch: Imperiale Kulturbegegnung als Identitätsstiftungsprozess. Studien zur Literatur, Kolonialität und Postkolonialität, erschien 2011 in St. Ingbert (Germany).

Albert Gouaffo, Prof. Dr., ist Associate Professor an der Université de Dschang in Westkamerun, wo er Deutsche Literatur und Kultur sowie Interkulturelle Kommunikation lehrt. Er promovierte und habilitierte sich an der Universität des Saarlandes. Seine Arbeitsgebiete sind: Deutsche Literatur und Kultur des Kaiserreiches, Kolonialgeschichte und Kollektives Gedächtnis, Afrikanische Diaspora in Deutschland und Migrationserfahrungen. Neueste Buchpublikationen: (2007) Wissens- und Kulturtransfer im kolonialen Kontext: Das Beispiel Kamerun-Deutschland (1884-1919) (Saarbrücker Beiträge zur vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft, Bd. 39). Würzburg; mit Lüsebrink, Hans-Jürgen/Götze, Lutz (Hg.) (2012). Discours topographiques et constructions identitaires en Afrique et en Europe – Approches interdisciplinaires/ Topographische Diskurse und identitäre Konstruktionen – Interdisziplinäre Annäherungen. Würzburg; mit Dion, Robert/Fendler, Ute/Vatter, Christoph (Hg.) (2012). Interkulturelle Kommunikation in der frankophonen Welt. Literatur, Medien, Kulturtransfer. Festschrift zum 60. Geburtstag von Hans-Jürgen Lüsebrink. St. Ingbert.

Gisela Thome, Dr. phil., Privatdozentin für Französische und Englische Übersetzungswissenschaft, studierte Romanistik und Anglistik sowie Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Bonn und Saarbrücken. Nach Promotion und beiden Staatsexamina kehrte sie nach drei Jahren Schuldienst an die Universität des Saarlandes zurück, wo sie fast 30 Jahre lang an der Fachrichtung 4.6 Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte sowie nach ihrer Habilitation rund weitere zehn Jahre als Privatdozentin in Lehre und Forschung tätig war. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Übersetzungstheorie, Übersetzungsmethodik, Übersetzungsdidaktik, Didaktik des Deutschen als Fremdsprache, Fachsprache im deutsch-englisch-französischen Vergleich. Ihr neuestes Buch (2012): Übersetzen als interlinguales und interkulturelles Sprachhandeln. Theorien ? Methodologie ? Ausbildung. Berlin. 616 S.

Omer Lemerre Tadaha prépare actuellement avec une bourse du DAAD une thèse de doctorat sur les expériences migratoires croisées dans des récits de vie européens et africains en contexte postcolonial aux universités de Dschang et de la Sarre. Après des études de langues étrangères appliquées à l’Université de Dschang, de littérature française et comparée à l’Université de Yaoundé I, de pédagogie et de didactique des langues étrangères à l’École Normale Supérieure de Yaoundé il exerce comme Professeur des Lycées d'Enseignement général au Cameroun.

Mensah Wekenon Tokponto, Dr. phil., geb. 1967 in Kinta (Abomey), Benin. Studium der Germanistik an der Deutschabteilung der Université Nationale du Benin. 1995 Maîtrise d´Allemand mit einer Arbeit zum Thema Beninische Realitäten in der Sicht deutschsprachiger Reiseberichte von 1943 bis 1990. 2002 Promotion zum Dr. phil. mit einem DAAD-Stipendium an der Universität Bielefeld zum Thema Deutsch-beninische Märchenforschung am Beispiel von Märchen in der Fon-Sprache mit phonetischer Transkription, Darstellung der Hauptfiguren und Themenvergleich. Frankfurt a.M. (2003); Märchenforscher, Märchenerzähler und Autor von /„Mein Märchen springt hin und her. 2. Auflage. Tübingen (2008) und Fliegende Märchen, Volksmärchen aus Benin in Zusammenarbeit mit Adelheid Hahmann. Halle an der Saale (2005); Les contes qui volent et virevoltent: Contes populaires du Benin. Cotonou (2012). Veröffentlichung wissenschaftlicher Beiträge in verschiedenen Zeitschriften. Seit 2005 Hochschullehrer am Département d‘Etudes Germaniques an der Philosophischen Fakultät der Université Abomey-Calavi in Benin. Juli 2010: Maître- Assistant du CAMES, Vorstandsmitglied des Vereins Sonafa, eine bessere Zukunft für Menschen in Benin, e.V. (www.sonafa.de), Verbindungen zu GAS und GiG, Mitglied der EMG (Europäische Märchengesellschaft). Forschungsschwerpunkte: Märchenliteratur, Oralliteratur, Migrationsliteratur.

Ulrich van der Heyden, Prof. Dr. Dr. Dr. Ulrich van der Heyden Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Theologischen Fakultät der Humboldt- Universität zu Berlin, Privatdozent am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin & Visiting Researcher in the Department of Biblical and Ancient Studies, University of South Africa (UNISA).

Anny Wynchank, Emeritus Associate Professor, School of Languages and Literatures, University of Cape Town, Rondebosch 7700, South Africa.

 
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Übersetzung und interkulturelle Kommunikation im deutsch-afrikanischen Kontext Selbst im globalen Dorf mit der oberflächlichen Übermacht der englischen Sprache und den Informations- und Kommunikationstechnologien kristallisieren sich in der Tiefenzone ethnische und nationale Identitäten mit der in der Realität unumgänglichen Vielsprachigkeit heraus. So stehen neben Geistes- und Sozialwissenschaftlern sowie Diplomaten auch Migranten vor der Aufgabe, zwischen Sprachen und Kulturen zu vermitteln. Die Übersetzung gilt in diesem Rahmen als konkrete Äußerung der Interkulturalität.
Ergebnisse neuerer Forschungen zu interdisziplinären (Heidrun Gerzymisch-Arbogast 2008, Gisela Thome 2012) und besonders zu ethnopsycholinguistischen (Georgios Floros 2003, Astrid Ertelt-Vieth 2005, Igor Panasiuk 2006 u.a.) Aspekten der Sprach- und Kulturforschung erlauben einen Überblick über die neueren Erkenntnisse, die in der Übersetzungswissenschaft den ethnischen und kulturellen Spezifika Rechnung tragen.
Das Übersetzen gehört zum Wesen der Auslandsgermanistik, in der die epistemologischen Kategorien des „Eigenen“ und des „Fremden“ selbstverständliche Bestandteile der Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache, Literatur und Kultur sind. Und trotzdem wird der Übersetzung in den deutsch-afrikanischen germanistischen Beziehungen sowie in den afrikabezogenen Studien – abgesehen von wenigen Ausnahmen wie Janós Riesz 1986, Khadi Fall 1996 und Manuel Muranga 1991, 1997 - bis jetzt nur wenig Beachtung geschenkt. Doch wird im germanistischen Studium und in der Lehre sowie im außerund parauniversitären Bereich viel übersetzt.
In diesem Sinne ist das Ziel des Bandes breit aufgefächert: von der gegenwärtigen rein übersetzungstheoretischen Diskussion über didaktische Aspekte, curriculare Modelle bis hin zu den praktischen Aspekten des Übersetzens im deutsch-afrikanischen Kontext.
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Hinweise für Autorinnen und Autoren
Zum Druck werden nur Originalbeiträge angenommen.
Aufsätze und Diskussionsbeiträge sollen einen Umfang von 20 Druckseiten, Berichte und Rezensionen einen Umfang von 5 Druckseiten nicht überschreiten.
Die Manuskripte werden mit 30 Zeilen pro Seite, ca. 60 Zeichen pro Zeile, eineinhalbzeiligem Abstand (1,5) und Schriftgröße 12, Times New Roman, entweder als Word-Dokument (Diskette) oder in einem E-Mail-Anhang an eine der angegebenen E-Mail-Adressen erbeten.
Längere Zitate sind jeweils 1 cm einzurücken. Eine max. zehn Zeilen lange Zusammenfassung des Beitrages in der Sprache, in der er verfasst wurde, wird ebenfalls erbeten. Am Schluss des Beitrags steht die volle Anschrift der Autorin bzw. des Autors mit akademischen Titeln. Literaturverweise werden im Text in Klammern gesetzt, z. B.: „[...] wie Götze (2001: 59 ff.) formulierte [...]“, nicht in Fußnoten. Hervorzuhebende Stellen sind fett zu setzen.

Das Literaturverzeichnis wird am Ende des Beitrages in alphabetischer Folge der Verfassernamen separat gegeben, z. B.: Helbig, Gerhard (2002). Linguistische Theorien der Moderne (Germanistische Lehrbuchsammlung, Bd. 19). Berlin Mummert, Ingrid/Pommerin, Gabriele (2001). Ansätze einer kreativitätsorientierten Textanalyse und Textüberarbeitung. In: Deutsch als Fremdsprache 3, 143-152. Redder, Angelika (2003). Transnationale Germanistik. In: Stickel, Gerhard (Hg.). Deutsch von außen. Berlin/New York, 274-291.
Die Autorinnen und Autoren erhalten ein Belegexemplar.