Band 2
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Ausgabe 2
 
 
Vorwort

Deutsche Sprache und Kultur in Kamerun zum Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzungen zu machen, ist auf dem ersten Blick befremdend, denn Deutschland wird als eines der wenigen europäischen Länder betrachtet, das - im Gegensatz zu England und Frankreich, Belgien, Spanien und Portugal, um nur einige zu nennen – historische und kulturelle Langzeiterfahrung mit Afrika hat. Diese Vorstellung hat zum einen damit zu tun, dass mit Afrika immer die Last der Kolonialzeit assoziiert wird. Zum anderen ist die Deutsche Sprache die einzige Sprache eines ehemaligen Koloniallandes, die sich als offizielle Nationalsprache in Afrika nicht hat durchsetzen können. Dies heißt aber nicht, dass das Rad der Geschichte dort stecken geblieben ist. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts trug Deutschland – auch wenn nur für kurze Zeit - zum Export der heute als global angesehenen europäischen kulturellen Muster nach Übersee – so auch nach Afrika – bei. Dieser Kulturtransfer hat im kolonialen und postkolonialen Afrika negative aber auch positive Spuren hinterlassen. Die großen Probleme der modernen transatlantischen Migration verschiedener Art, mit denen unsere globale Welt heute konfrontiert ist, fordern die Wissenschaft dazu auf, auf die Chancen, aber auch auf die Gefahr einer dogmatischen Sicht der neuen Konstellation aufmerksam zu machen. Was kann aber die Wissenschaft und besonders die Kulturwissenschaft aus afrikanischer Sicht zu der Thematik beitragen?

Die kulturelle Dimension der kamerunisch-deutschen Beziehungen in diesem Forum zu thematisieren, bedeutet, der Frage nachzugehen, ab wann, wie und warum Deutschland direkt oder indirekt Beziehungen zu Kamerun unterhält und unterhalten wird. Dies zu erhellen und wissenschaftlich zu belegen, ist zentrale Aufgabe dieses zweiten Bandes von Mont Cameroun. Von den insgesamt neun Beiträgen, die diesen Band ausmachen, widmen sich sechs Beiträge der angesprochenen Thematik der kamerunisch-deutschen kolonialen und postkolonialen Beziehungen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem komplexen Thema wird mit dieser Ausgabe unserer Zeitschrift erst eröffnet.

Der historische Beitrag von Jean-Pierre Félix-Eyoum, Stefanie Michels und Joachim Zeller dekonstruiert die Geschichte der Douala, wie sie bisher von der kolonialen Anthropologie und Historiographie dargestellt wurde. Die für die ‚Kolonialbibliothek’ erfundenen Begriffe wie „Stamm“, „Klan“ und „Sippe“, um die afrikanischen Nationsvorstellungen von europäischen abzugrenzen und sie als minderwertig abzustufen, wird an den widersprüchlichen aufoktroyierten Würdebezeichnungen wie „Häuptling“, „King“ und „Prinz“ sichtbar. Segmentäre Gesellschaften werden mit machtzentrierten verwechselt und umgekehrt. Als kleines Haupt (Häuptling) wurde nicht erwartet, dass afrikanische Herrscher nach Deutschland kamen und gezielt dem Kaiser persönlich eine Petition einreichen wollten. Dadurch entsprachen sie nicht mehr der Erwartung des ‚echten’ Afrikaners. Der Beitrag zeigt die komplexen Familienbeziehungen zwischen den Duala und ruft den Leser zu einer neuen Leserart des bisher missdeuteten Kapitels der kamerunisch-deutschen Geschichte.

Paulette Reed-Anderson argumentiert ähnlich. Sie zeigt an der Person des Kolonialmigranten Martin Dibobe, dass der Kolonialdiskurs des ‚trägen‘ und ‚unselbstständigen‘ Eingeborenen, eher ein Wunschdenken der Kolonisten war. Martin Dibobe verstand seine Rolle in der Kolonialmetropole als Botschafter des eigenen Volkes. In diesem Sinne überbrachte er dem Reich eine in 32 Punkten formulierte Beschwerde- Schrift der Duala. Die Schrift stellte die Bedingungen für eine weitere Zusammenarbeit der Deutschen mit Kamerunern dar.

Pierre N. Kodjio seinerseits geht auf das Thema der so genannten deutschen Kolonialkritiker ein, deren Haltung zwischen Paternalismus und Exotismus liegt. Am Beispiel publizistischer Schriften von Hans Paasche zeigt er, wie der Diskurs solcher Kritiker weder den antikolonialen Kampf förderte, noch gänzlich den Pangermanismus in Frage stellte. Damit Der Begriff Kolonialmigrant, der oft von Historikern benutzt wird, ist unpassend. Hier wird darauf hingewiesen, dass die Kameruner, die sich in der Kolonialmetropole aufhielten, keine Migranten waren, auch wenn sie so bezeichnet werden. Sie waren Deutsche bzw. „eigene“ Landsleute aus Kamerun, was ihren inferioren Status als Bürger zweiter Klasse näher beschrieb. wird das Kapitel der deutschen Kolonialära abgeschlossen und das der postkolonialen aufgeschlagen.

Albert Gouaffo und Esaïe Djomo widmen sich der Dokumentation und der Nachwirkung der kolonialen Erfahrung in der nachkolonialen Zeit. Während der eine die Möglichkeit erwägt, dem Nachtrauern kolonialer Erfahrung ein Ende zu geben, versucht der andere die Reproduktion der kolonialen Prügel-, Straf- und Raubkultur in post-kolonialen Texten herauszuarbeiten. Indem sich der Kolonisierte mit den Wertvorstellungen und Verhaltenmustern seines „Herrn von Gestern“ identifizierte, agierte er als Gefangener einer „schwarzen Pädagogik“ und fungierte somit als „Söldner im eigenen Land“. Die Kolonialherren sind weg, aber sie verfügen immer noch über ihre „treuen Askari“, die sie von Europa aus nach Belieben fernsteuern.

Ute Fendler zeigt in ihrem filmanalytischen Beitrag Parallelen zwischen den kolonialen und postkolonialen Stereotypisierungen des „sichtbaren“ Fremden in Deutschland. Der Protagonist des Films, Frédéric Otomo, braucht sich nicht vorzustellen. Er könnte ein Kameruner mit „deutschem Pass“ sein, aber darum geht es nicht im Film. Sein Äußeres, um sich der Stereotypen zu bedienen, verortet Otomo in Afrika und genau in Kamerun. Die Gewalt, der der Kameruner in der deutschen Gesellschaft zum Opfer fällt, und die Leichtigkeit, mit der im Film damit umgegangen wird, zeigt das Geflecht aus Wahrnehmungen und Verhaltensweisen gegenüber Fremden in Deutschland auf, das unterschwellig und fein mitläuft. Der Fremde wird in Deutschland, so die Analyse, geduldet.

Die Beiträge von Lutz Götze, Jean-Claude Bationo und Bernard Farenkia Mulo gehen zwar nicht direkt auf die formulierte Thematik ein, aber sie behandeln die interkulturellen Verflechtungen der afrikanisch-deutschen kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen. Der Beitrag von Lutz Götze zum „Kulturbegriff“ insistiert auf der Notwendigkeit eines normativen Kulturbegriffs in den kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzungen, da die bisher angebotenen Definitionen allzu umfassend, beliebig und unverbindlich seien. Er schlägt deshalb einen Kulturbegriff vor, der auch genauso weit aufgefasst ist, aber über Kulturen hinaus verbindlich sein soll, denn der so konzipierte Kulturbegriff orientiere sich an der allgemeinen Erklärung von Menschenrechten von 1948, die von den meisten Ländern der Welt unterzeichnet worden ist. Dieser Kulturbegriff sei dann zugleich ethisch-normativ und kulturspezifisch-deskriptiv. Jean-Claude Bationo greift die Diskussion über „Interkulturalität“ als didaktischen Ansatz im Fremdsprachenunterricht auf und zeigt, wie dieser Ansatz für die Stiftung des Deutschunterrichts in einem multikulturellen Raum wie in Burkina Faso fruchtbar gemacht werden kann. Im Hinblick auf den Fremdsprachenunterricht geht Bernard Mulo Farenkia auf den Problemaspekt der Satzarten im Deutschen ein. Wie viele Satzarten gibt es? Wie lassen sie sich bezeichnen, beschreiben und klassifizieren? Diese Uneinheitlichkeit führt zu sprachdidaktischen Problemen, in denen der Verfasser Klarheit zu schaffen versucht.

Albert Gouaffo
November 2005

 
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  Abstracts
Ausgabe 2
 
 

 
Bonamanga. Eine kosmopolitische Familiengeschichte
Jean-Pierre Félix Eyoum, Stefanie Michels, Joachim Zeller (München, Köln, Berlin)

Viele Familienmitglieder der Duala-Familie Bell aus Kamerun hielten sich vor und nach dem Ersten Weltkrieg zu Ausbildungszwecken oder zur Arbeit im Deutschen Reich auf. Ein Höhepunkt dieser Familiengeschichte war sicherlich der Besuch von Manga Bell 1902 in Berlin. Der Chief der Duala kam im Juli des Jahres in offizieller Mission seines Volkes in die deutsche Reichshauptstadt, um “Gesuche um Abhilfe einiger Übelstände in Kamerun” unter dem dortigen Gouverneur Jesco von Puttkamer zu überbringen. Von diesem Ereignis sind verschiedene Pressefotografien erhalten, Bilddokumente, die fotohistorisch von herausragender Bedeutung sind, da sie Afrikaner in einer ganz neuen Rolle zeigen, nämlich als Botschafter ihres Landes, die unerhörtes einfordern: den Dialog mit ihren Kolonialherren. Der (fotohistorische) Artikel versteht sich als ein Beitrag zur Geschichte der afrikanischen Diaspora in Deutschland, wobei hier vor allem Bildquellen zur Auswertung kommen sollen.

Hearing Colonial Voices: Martin Dibobe and the 1919 Cameroonian Petition
Paulette Reed-Anderson (Berlin)

An African „immigrant“ population had established itself in Germany by the first decades of the 20th century. The sons of influential West African families, in particular those from the coastal areas of Cameroon, made up a large part of the first generation. Their families had sent them to Germany, the metropolitan country, for education and training. Some of these men, among them Quane a (Martin) Dibobe (ca. 1879 – ca. 1928), maintained close ties with the leadership in Cameroon and served as appointed representatives of the Duala people. This paper examines the “32-Point-Paper – Conditions of Remaining ‘German,’” dated 27 June 1919, submitted by Martin Dibobe to the Central Colonial Department in Berlin. This petition allows contemporary researchers to gain an insight into colonial history from the perspective of Africans who lived under German colonial rule.

Diskursespiele in deutschen Kolonialtexturen: Anmerkungen zu Hans Paasches publizistischen Texten
Pierre Kodjio Nenguie (Yaoundé)

Deutsche Kolonialtexturen weisen sehr oft eine Vielfalt von Diskursen auf. Dies gilt auch für Hans Paasches publizistische Texte mit kolonialen Bezügen. In dem Beitrag wird der Frage nachgegangen, inwiefern Paasches publizistische Texte kolonialideologische, antikoloniale und humanistische Potenziale enthalten. Der Rückgriff auf zeittypische Diskurse erlaubt es, Paasches Kolonialtexte über Ostafrika exemplarisch zu verorten. Dabei fällt auf, dass der Autor einen besonderen antikolonialen Diskursansatz entwickelt hatte, der weder den antikolonialen Kampf förderte, noch den deutschen pangermanistischen Diskurs total in Frage stellte.

Ecrire par devoir de mémoire. L’histoire coloniale allemande dans
la littérature camerounaise francophone
Albert Gouaffo (Dschang/ Saarbrücken)

Si l’on compare la présence coloniale allemande en Afrique à celle de l’Angleterre ou de la France, on est tenté de dire qu’elle a été de courte durée et donc sans effets sur l’histoire et la culture des colonisés. Pourtant, lorsque l’on fait l’inventaire des lieux de mémoire, tant matériels que mentaux dans cet espace, force est de constater que l’Allemagne, bien que physiquement moins visible dans les anciennes colonies comme certains de ses voisins immédiats, reste ancrée dans l’imaginaire des espaces nationaux configurés jadis par elle en Afrique. Cet imaginaire empreint de nostalgie, mais aussi d’amertume et de rage, a marqué et continue de marquer l’inconscient collectif du colonisé, même en contexte postcolonial. La présente contribution se donne pour objectif d’explorer, par le biais de la littérature, ces espaces mémoriels décrits par la fiction tout en thématisant la possibilité d’une mise en abîme de la douleur et autres violences coloniales perçues par la force d’un pardon réparateur.

Von Cette Afrique-là nach Kilomètre 30 :
Postkoloniale Identifikation mit dem Peiniger am Beispiel Kamerun

Esaїe Djomo (Dschang)

In Peau noire, masques blancs schrieb Fanon (1952: 7): “Le Noir veut devenir Blanc.” Mit dieser Formel wies er eigentlich auf ein Wesensmerkmal (post)kolonialer afrikanischer Eliten hin: die Bereitschaft der Kolonisierten, sich mit den Kolonisatoren, den Angreifern ihres Volkes und den Zerstörern ihrer Kultur, zu identifizieren. Um zu verstehen, wie es zu diesem unerwarteten und erstaunlichen Verhaltensmuster von Seiten der Opfer von Kolonialüberfällen kommt, lohnt es sich, wieder die Kolonialschule zu “besuchen”. Wie Jean Ikellé-Matiba am Beispiel des Kolonialschülers Franz Mômha zeigt, war das Ziel dieser Schule die kulturelle Entfremdung und die Anpassung der Schüler an die eigenen kulturellen Werte der kolonisierenden Kulturen. Zur Erreichung dieses Ziels wurde die in Europa bereits erprobte Schwarze Pädagogik erfolgreich eingesetzt, denn in der Postkolonie lebt der Reflex der Identifikation mit den fremden Peinigern weiter fort.

„Otomo – der Stadtfeind“ – Chronik einer Duldung

Ute Fendler (Saarbrücken)

Frieder Schlaich erzählt den letzten Tag im Leben von Frédéric Otomo, einem Kamerumer, der seit acht Jahren in Deutschland geduldet wird. Am Ende des Films weist ein eingeblendeter Text auf eine Zeitungsnotiz über den Tod zweier Polizisten und eines Afrikaners hin, gefolgt von dem Hinweis, dass die Ursachen für diese Tragödie unbekannt seien. Der Film stellt damit einen Bezug zur Realität her und will sich als Versuch verstanden wissen, eine mögliche Erklärung für den tragischen Tod dreier Menschen zu geben und damit auf die immer wieder kehrende Frage des „Warum?“ und „Wie konnte das nur passieren?“ angesichts von scheinbar sinnloser Gewalt eine mögliche Antwort zu geben. Die Analyse zeigt das Geflecht aus Wahrnehmungen und von Verhaltensmustern gegenüber Fremden in Deutschland auf, das unterschwellig und fein mitläuft, aber zusammengefügt deutlich macht, wie der Andere nur geduldet – und dies im politischen wie im sozialen Sinne – wird und zum Feind werden muss. So führt der Film zum einen vor Augen, wie die Konfrontation heraufzieht und zum anderen die Konsequenzen für die Betroffenen, die in das Räderwerk dieses Mechanismus geraten.

Zum Kulturbegriff
Lutz Götze (Saarbrücken)

Der Verfasser greift eine alte Diskussion zum Kulturbegriff auf und führt sie weiter. Er kritisiert neuere Auffassungen in den Kulturwissenschaften (Altmayer, Byung-Chul Han u.a.), weil ihm deren Kulturbegriff zu weit und unverbindlich erscheint. Gefordert wird ein neuer Kulturbegriff, der ethisch-moralisch verantwortlich ist und die Menschenrechte als zentrales Kriterium jeder Kultur begreift, daneben aber den Künsten (Literatur, Musik, Malerei) eine wesentliche Rolle zuweist. Definiert wird dieser Kulturbegriff auf zwei Ebenen, einer ethisch-normativen sowie einer kulturspezifisch-deskriptiven Ebene. Beispiele aus unterschiedlichen Ländern werden dazu gegeben. Die ethisch-normative Ebene charakterisiert die Universalität dieses Kulturbegriffs, die kulturspezifisch-deskriptive Ebene mit den Inhalten Künste, Kulturelles Gedächtnis und Alltagskultur hingegen die Besonderheiten in Ländern und Regionen.

Didactique de la littérature et Interculturalité: l’enseignement de la littérature, un atout pour l’enseignement des langues et des cultures étrangères au Burkina Faso
Jean-Claude Bationo (Saarbrücken)

Depuis le XIXème siècle, les didacticiens n’ont cessé de s’interroger sur la contribution de la littérature dans l’enseignement des langues vivantes. Après avoir été maintes fois supprimée, elle réapparaît dans les débats actuels sur l’enseignement et l’apprentissage de l’allemand langue étrangère, et semble lier la culture et la langue. Dans l’optique de cette dynamique, la contribution mene une réflexion sur la didactique de la littérature et l’interculturalité au Burkina Faso; l’objectif principal étant d’esquisser l’importance de la littérature dans la promotion de la langue et de la culture allemande. L‘analyse montre que « l’interculturel » est une chance à saisir pour motiver les élèves burkinabé à s’intéresser davantage à l’allemand.

Satzarten als Phänomene der Grammatik-Pragmatik-Schnittstelle
Bernard Mulo Farenkia (Yaoundé / Saarbrücken)

Wie viele Satzarten gibt es im Deutschen? Wie lassen sie sich bezeichnen, beschreiben und klassifizieren? Sind sie formale oder funktionale Einheiten? In zahlreichen Grammatiken der deutschen Gegenwartssprache wird diesen und ähnlichen Fragen uneinheitlich nachgegangen. Zum einen werden die Satzarten als formale, zum anderen als funktionale Einheiten betrachtet. Sehr oft bleibt dabei das Verhältnis der herangezogenen formalen und funktionalen Kriterien zueinander unklar, was zur Folge hat, dass diese Strukturen zum sprachdidaktischen Problem werden. In Anlehnung an ‘neuere’ Studien wird demonstriert, dass die Satzarten sowohl in der Grammatikforschung als auch in der Didaktik des Deutschen als Fremdsprache an der Schnittstelle zwischen Grammatik und Pragmatik stehen und demzufolge weder eine rein formale noch eine rein funktional orientierte Beschreibung ermöglichen.


 
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  Rezension
Ausgabe 2
 
 
Hans-Jürgen Lüsebrink (Hg.): La Conquête de l’espace public colonial. Prises de parole et formes de participation d’écrivains et d’intellectuels africains dans la presse à l’époque coloniale (1900 – 1960).
IKO-Verlag, Frankfurt am Main, London, 2003, 272 p.,
ISBN 3-88939-036-6, 22, 90 €

Jean-Claude Bationo (Saarbrücken)
 
 

Dans ce récent ouvrage, Lüsebrink mène une réflexion approfondie sur les origines de la littérature africaine francophone. En interrogeant l’histoire de la littérature francophone de 1900 à 1960 l’auteur parvient effectivement à reconstruire une nouvelle genèse de la littérature africaine à partir de la presse écrite, unique outil d’antan pour les écrivains pionniers africains. L’originalité de l’ouvrage se situe synchroniquement dans le fait de montrer non seulement le goût de la production littéraire africaine suscité très tôt à l’Ecole William Ponty, mais aussi de retracer le profil littéraire de certains écrivains depuis la toute première école coloniale jusqu’à leur engagement décisif tant dans la littérature que dans la politique. Diachroniquement, l’auteur s’est efforcé de retrouver, de distinguer, de résumer et de classer à partir de la presse les dossiers de ces écrivains et intellectuels africains selon leur origine géographique et leurs nationalités (Bénin, Burkina Faso, Côte-d’ivoire, Mali, Sénégal etc.). La structure de l’ouvrage nous permet de mieux le cerner.

Le livre, préfacé par Bernard Mouralis, comprend trois grandes parties, à savoir les enjeux, les prises de paroles et les débats. La première partie s’articule autour de trois chapitres explorant les journaux et les revues de l’époque coloniale qui permirent aux premiers écrivains africains comme Léopold Sédar Senghor, Bernard Dadié, Paul Hazoumé, etc. de s’exprimer. Cet outil colonial de communication qu’est la presse joua un rôle capital aussi bien sur le plan littéraire que politique, car il permit entre autre aux écrivains de s’affirmer davantage. Ainsi, presque toute la littérature orale africaine transcrite fut d’abord publiée par la presse coloniale. L’auteur précise qu’entre 1913 et 1935 la seule revue Bulletin de l’enseignement de l’A.O.F. publia, par exemple, 111 textes issus de la littérature orale africaine. La défense des valeurs africaines ne s’est pas seulement faite par les littéraires par le biais de la presse coloniale, mais aussi par la contribution non négligeable des illustres historiens et ethnologues.

Dans la deuxième partie qui comporte quatre chapitres, Lüsebrink se penche essentiellement sur les prises de paroles autobiographiques. L’auteur met en lumière l’émergence de la littérature africaine parue dans la presse coloniale française sous forme de récits, de journaux de voyage, de « professions de foi » et de poèmes autobiographiques. L’auteur montre que l’écriture autobiographique fut le point de départ de la littérature africaine francophone. Ces récits autobiographiques furent suscités par le pouvoir colonial dans le but de vouloir mieux connaître les populations indigènes, c’est-à-dire leur culture et leur psychologie, et de mieux les gouverner. Décryptant davantage les archives, Lüsebrink découvre, citations à l’appui, que la connaissance de « l’âme nègre », était tout un programme étoffé et organisé par le pouvoir colonial en A.O.F. et particulièrement par le sénateur Lucien Cornet. Ainsi furent menées des enquêtes psychologiques et ethnographiques, et des campagnes de recueillements de témoignages autobiographiques furent lancées dans le but d’en savoir davantage sur l’âme nègre. A cet effet des récompenses de 3 000 francs furent également proposés aux meilleurs textes. La question était si importante que les contenus des rédactions scolaires devraient être orientés vers des récits autobiographiques. C’est ainsi que Mariama Bâ dont la rédaction scolaire autobiographique fut publiée s’est distinguée dès l’âge de 18 ans par sa prestation scripturale. Lüsebrink clôt ce chapitre en rappelant le rôle de la littérature dans la colonisation, qui, selon Abdoulaye Sadji, « était de mieux faire connaître au peuple colonisateur le peuple colonisé sous l’angle de l’universelle humanité » (Sadji 1949: 13 9- 141). Respectivement aux chapitres 5, 6 et 7 de cette deuxième partie de l’ouvrage l’auteur se consacre à une biographie détaillée sur Abdoulaye Sadji, Fily Dabo Sissoko et Fodéba Kéita.

Dans la dernière partie de l’ouvrage comptant cinq chapitres et intitulée « Débats », l’auteur oriente les prises de parole sur les expositions coloniales, organisées en Europe en général et en France en particulier dans le but non seulement d’exhiber sa richesse coloniale, mais aussi pour manifester au monde sa propre grandeur nationale en tant que « Plus Grande France ». Ainsi l’on peut agréablement lire dans l’ouvrage des exemples de prises de parole de certains chefs locaux africains exaltant la tenue des expositions coloniales. Mais l’auteur ne s’arrête pas à cette glorification de la « Plus Grande France ». Il met également en évidence des contre-discours sur les expositions coloniales tenus par les écrivains et certains intellectuels africains comme Amadou Lamine Diallo et Fily Dabo Sissoko qui s’y opposèrent radicalement. Aux chapitres 9, 10 et 11 de l’ouvrage, l’auteur évoque les débats sur le métissage culturel qui fut le cheval de bataille du pouvoir colonial tant sur le plan politique, idéologique que pédagogique. Les écrivains et les intellectuels africains s’opposèrent également à ce « Front Eurafricain ». Lüsebrink fait du dernier chapitre une conclusion reprenant les grandes lignes de sa réflexion en insistant sur les trois illustres écrivains et intellectuels de l’histoire africaine coloniale à savoir Fodéba Kéita, Abdoulaye Sadji et Fily Dabo Sissoko.

En somme, l’ouvrage de Lüsebrink, de par son contenu imposant, impressionnant et convainquant, marque effectivement « un moment nouveau » dans le domaine de la littérature africaine, selon les termes de son préfacier Mouralis. Nous déplorons cependant que l’auteur n’ait pas évoqué les prises de parole des écrivains, des artistes et des intellectuels africains lors des congrès internationaux tenus respectivement à Paris en 1956 et à Rome en 1959 sur les fonctions de la littérature et la mise en cause du fondement de la littérature africaine, qui, des années durant, firent couler beaucoup d’encre (cf. Présence Africaine N°24-25). L’on pouvait s’attendre à ce que l’auteur l’évoque à la fin du chapitre 2 de la deuxième partie pour étayer et compléter la réflexion sur le rôle de la littérature dans la colonisation esquissée par Abdoulaye Sadji à la page 12 de l’ouvrage. Il aurait dû alors en résulter des interrogations sur les concepts de la littérature et l’esthétique littéraire africaine sur lesquels l’auteur pouvait se prononcer.

Hormis ces quelques faiblesses, la lecture de La conquête de l’espace public est vivement recommandée pour mieux décrypter et explorer l’étude de la littérature africaine, de son enseignement et de son histoire.

Hans-Jürgen Krumm (Hg.). Sprachenvielfalt. Babylonische
Sprachverwirrung oder Mehrsprachigkeit als Chance?
Studienverlag, Innsbruck/Wien u. a. 2003. ISBN 3-7065-1787-6,
201 Seiten, EUR 24,-.

Salifou Traoré (Bamako/Bangkok)

In einer sich globalisierenden Welt, in der Menschen unterschiedlicher Sprach- und Kulturgemeinschaften aufeinander treffen, erweist sich der Umgang mit mehreren Sprachen als lebenswichtig. In diesem Zusammenhang versammelt der vorliegende Band Beiträge der zum „Europäischen Jahr der Sprachen 2001“ durchgeführten Ringvorlesung der Geistes- und Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien unter dem Titel „Vielsprachiges Europa – babylonische Sprachverwirrung oder Mehrsprachigkeit als Chance?“ In seiner Einführung kündigt H.-J. Krumm das Erkenntnisinteresse des Bandes an:

Im Zentrum des vorliegenden Bandes steht der Blick auf diejenigen Sprachenlandschaften, die in Geschichte und Gegenwart durch Mehrsprachigkeit charakterisiert sind und für die Entwicklung der heutigen europäischen Mehrsprachigkeit prägnante positive wie negative Beispiele liefern: das Europa des Hochmittelalters, Afrika, der südslawische und der Ostseeraum, der niederländische Sprachraum und Frankreich (14f.).

Anschließend erstellt der Aufsatz von A. Mettinger in Zusammenarbeit mit S. Dollinger, B. Soukup und K. Kordon „Sprachen an der Universität Wien: Perspektiven, Möglichkeiten, Wünsche“ eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation der Sprachen in Lehre und Forschung der Universität Wien. R. de Cillia diskutiert in seinem Aufsatz „Tendenzen und Prinzipien europäischer Sprachenpolitik“ die Bedeutung einer pluralistischen Sprachenpolitik in Europa. Dabei plädiert er u. a. für ein verstärktes Angebot an Fremdsprachen über die Schulen hinaus auch an Universitäten, in tertiären Bildungseinrichtungen sowie bei berufstätigen Erwachsenen. V. Krausneker und H. Jarmer analysieren die Situation der „Gebärdensprachenpolitik in Europa“. Im Mittelpunkt stehen Österreich, die Niederlande, Belgien, Schweden und Frankreich. Der Beitrag von R. R. Schjerve „Europäische Sprachenpolitik und Minderheiten“ informiert über die europäischen Minderheitensprachen und deren Förderungsmaßnahmen. Hier erweist sich die 1992 vom Europarat verabschiedete Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen als das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten. Am Ende befürwortet die Vfn. ein politisches Konzept von Mehrsprachigkeit, „in dem die Sprecher der Klein- und Kleinstsprachen ihr Recht auf Sprache geltend machen können, ohne – wie in der Vergangenheit – aufgrund ihrer Sprache weiterhin sozial diskriminiert und zur Minderheit degradiert zu werden“ (59). Der Artikel von H. Reichert „Sprachvielfalt, kultureller und literarischer Kontakt im Europa des Hochmittelalters: abschreckendes Beispiel oder Vorbild für die Gegenwart?“ blickt auf die Vielsprachigkeit im Europa des Mittelalters zurück und zieht das Fazit: „Ein Werk in Übersetzung lesen heißt also, ein anderes Werk lesen. Aber wir können, wenn wir mehrsprachig sind, beide Texte lesen und die Fragen und Antworten vergleichen, die sie bieten, den einen Sinn und den anderen. Das ist unsere Chance“ (79). N. Cyffers Aufsatz „Afrikas Sprachenreichtum oder ‚Liegt Babylon in Afrika‘?“ befasst sich mit der sprachlichen Vielfalt in Afrika. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung stellt der Vf. fest:

Wenn man die Chancen und Probleme Afrikas verstehen will, muss man sich auch mit dem Reichtum seiner Kulturen auseinandersetzen. Die Vielzahl der Kulturen wird allzu oft und leichtfertig als lästiges Übel oder Konfliktpotential für das Entstehen von zwischenethnischen Spannungen, Hindernissen bei der Schaffung der nationalen Einheit oder Hemmnissen bei der Bildungsplanung betrachtet. Dagegen wird häufig übersehen, dass der Respekt vor den eigenen Kulturen das Selbstwertgefühl steigert, was wesentlich zur Beseitigung von ethnischen Konflikten und zum inneren Frieden beitragen kann (87).

Hier werden die sprachenpolitischen Entscheidungsträger Afrikas aufgefordert zu handeln. G. Neweklowsky beschäftigt sich mit den Südslawischen Sprachen (Slowenisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Makedonisch und Bulgarisch), I. Sooman mit den Sprachen im erweiterten Ostseeraum (Finnisch und Schwedisch u. a.), C. Kaper mit dem Niederländischen als plurizentrischer Sprache, P. Cichon mit der Sprachpolitik im heutigen Frankreich, G. Fischer mit dem Tschechischen. Der Beitrag von R. Trappl „Chinesich im Europa des 21. Jahrhunderts: zwischen Exotismus und Selbstverständlichkeit“ behandelt im Hinblick auf die Globalisierung die wachsende Bedeutung des Chinesischen in Europa. Der Artikel von H.-J. Krumm „Deutsch im Konzert der Sprachen. Die Rolle der deutschen Sprache in Konzepten europäischer Mehrsprachigkeit“ analysiert die Bedeutung des Deutschen in der europäischen Sprachenvielfalt. Dabei stellt der Vf. Überlegungen an, wie Deutsch als Fremdsprache in dieser vielfältigen Sprachenlandschaft optimal gefördert werden kann. Der abschließende Aufsatz von H. Schendl, B. Seidlhofer und H. G. Widdowson „Weltsprache Englisch – Bedrohung oder Chance?“ befasst sich mit dem Englischen als internationaler Verkehrssprache.
Zusammenfassend kann angemerkt werden: Der Band diskutiert die europäische Sprachenvielfalt unter vielen Aspekten. Allen Beiträgen ist gemeinsam, dass sie alle der Mehrsprachigkeit das Wort reden. Dies ist vor allem wichtig, um Verstehen, Verständigung und Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Sprach- und Kulturgemeinschaften zu ermöglichen. Darin äußert sich ein Vorzug des Bandes.

Kirsten Adamzik. Textlinguistik. Eine einführende Darstellung. Max
Niemeyer Verlag, Tübingen 2004. ISBN 3-484-25140-9, 176 Seiten,
EUR 14,50. (Germanistische Arbeitshefte)

Salifou Traoré (Bamako/Bangkok)

Nach den in den letzten Jahren mannigfaltig abgefassten Einführungen in die Textlinguistik drängt sich die Frage auf, inwiefern sich die vorliegende von den anderen unterscheidet. Die Antwort der Vfn. lautet: „Die zahlreichen Einführungen belegen das große Interesse am Gegenstand, aber auch die darin immer wieder zum Ausdruck gebrachte Unübersichtlichkeit des Forschungsfeldes, in dem eine große Anzahl von Analyseansätzen entwickelt wurde, die teilweise etwas verbindungslos nebeneinander stehen, mitunter auch nahezu inkompatiblen theoretischmethodischen Grundansätzen verpflichtet sind und bei denen der Bezug zu Fragestellungen und Interessen, die sich beim Studium der Germanistik ergeben, nicht immer hinreichend deutlich wird“ (VII). Dem ist zugleich die Zielgruppe des Bandes, nämlich die Studierenden der Germanistik, zu entnehmen.
Das Arbeitsheft besteht außer aus einem Literaturverzeichnis, einem Namen- und Sachregister aus sieben Kapiteln. Die Kap. 3 bis 7 schließen jeweils mit Aufgaben ab.
In Kap. 1 („Der Text als Forschungsgegenstand – Aus der Geschichte der Textlinguistik“) wird auf die Herausbildung der Textlinguistik als Disziplin zurückgeblickt. In Kap. 2 („Zum Textbegriff“) setzt sich die Vfn. mit dem Textbegriff auseinander. Anschließend werden in Kap. 3 („Texteigenschaften als Beschreibungsdimensionen“) Dimensionen derBeschreibung von Texten analysiert. Die Analyse schließt mit einem Raster zur Beschreibung von Texten ab: Thema/Inhalt, dem situativen Kontext, Funktion und sprachlicher Gestalt, die in den folgenden Kapiteln 4 („Situativer Kontext“), 5 („Funktion“), 6 („Thema“) und 7 („Sprachliche Gestalt“) detailliert beschrieben werden.
Der Band ist übersichtlich aufgebaut und verständlich geschrieben. Die früheren Einführungen werden, wie im Vorwort angekündigt, aufeinander bezogen diskutiert. An den Aufgaben am Ende von Kap. 3 – 7 kann man überprüfen, inwieweit man das Gelesene verstanden hat. Allerdings werden kulturspezifische Aspekte von Texten kaum behandelt. Dies war aber auch nicht das Ziel der Vfn., da sie die Kulturgeprägtheit von Texten und Textsorten als einen Untersuchungsbereich für sich betrachtet (80). Insgesamt ist das Arbeitsheft der anvisierten Leserschaft in jeder Hinsicht sehr zu empfehlen.



 
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  Zu den Autoren
Ausgabe 2
 
 
 
Jean-Claude Bationo, Jahrgang 1971. Studium der deutschen Literatur und Sprache sowie der afrikanischen Literatur der Gegenwart an der Universität Ouagadougou. Nach dem Studium der Sprachdidaktik und Pädagogik an der Ecole Normale Supérieure de Koudougou (ENSK) wurde Bationo Deutschlehrer am Gymnasium. Nach einem DEA (Diplôme d’Etudes Approfondies) an der Universität Metz in Frankreich ist er zur Zeit fast am Ende seiner Promotion an der Universität des Saarlandes über die Literaturvermittlung im Deutschunterricht in Burkina Faso. Zukünftige Forschungsgebiete: Fremdsprachen- und Literaturdidaktik, Interkulturelles Lernen, Lehrwerkanalyse, vergleichende Analyse der deutschen und afrikanischen Literatur der Gegenwart. Literarische Anthologie sowie literarische Übersetzungsdidaktik.

Esaïe Djomo, Dr. phil., Dr. phil. habil., Jahrgang 1959. Studium der Germanistik, Afrikanischen Literatur und Komparatistik in Yaoundé und Saarbrücken. Promotion 1992 in Saarbrücken; zurzeit Dozent für Deutsche Literaturwissenschaft und deutsche Landeskunde an der Universität Dschang, Cameroun.
Forschungsgebiete: Deutsche Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere deutsche Kolonialliteratur (deutsche Koloniallyrik, deutschsprachige Afrika-Dramen).
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Bernard Mulo Farenkia, Dr. phil. habil., (geboren 1969 in Kamerun) ist Dozent für Deutsche Sprache, Allgemeine und Germanistische Linguistik an der Universität Yaoundé I / Kamerun. Zurzeit ist er Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität des Saarlandes / Saarbrücken (August 2003 – Juli 2005).
Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. kontrastive bzw. interkultu-relle Pragmatik, linguistische Gesprächsanalyse, verbale Höflichkeit, kommunikativ-funktionale 202 Grammatik, kulturkontrastive Grammatik, deutsche Wortbildung.


Jean-Pierre Félix-Eyoum, Jahrgang 1951. Sonderpädagogikstudium in
München. Seit 1979 Sonderschullehrer in Erding – Bayern


Ute Fendler, Dr. phil. Juli 1992: Promotion an der Universität Bayreuth (Interkulturalität in der frankophonen Literatur der Karibik. Der europäisch-afrikanischamerikanische Intertext im Romanwerk von Maryse Condé) September 1992 bis September 1997: Arbeit als DAAD-Lektorin an der Deutsch-Abteilung der Universität Ouagadougou (Burkina Faso); Aufbau des Licence- und Maîtrise-Studienjahres.
seit 1998: wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl „Romanische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“, Universität des Saarlandes Forschungsschwerpunkte: frankophone Literaturen, Kino und Fernsehen in frankophonen Ländern, komparatistische Fragestellungen (Deutschland, Frankreich, frankophone und hispanophone Kulturrräume) Habilitationsprojekt zu dem Thema: „Entre dos siglos - Reisetexte spanischer Südamerikareisender des 18. Jahrhunderts. Gattungsformen, Alteritätserfahrungen, Wissenstransfer


Lutz Götze, Prof. Dr. phil., Jahrgang 1943. Inhaber des Lehrstuhls für Deutsch als Fremdsprache an der Universität des Saarlandes. Arbeits- und Forschungsgebiete: Deutsch als Fremdsprache, Zweit-sprachenerwerb, und Hirnforschung, Rechtsschreibung der deutschen Sprache.


Albert Gouaffo, Dr. phil, Jahrgang 1965. Studium der deutschen Literatur und Sprache, Wirtschaftwissenschaften sowie Interkulturelle 203 Kommunikation (Schwerpunkt Deutschland/ Afrika) an der Universi-tät Yaoundé in Kamerun und der Universität des Saarlandes in Deutschland. Promotion 1998 in Saarbrücken. Zurzeit Dozent für deutsche Literatur und Landeskunde am Département de Langues Etrangè-res Appliquées (LEA) der Philosophischen Fakultät der Universität Dschang in Westkamerun. Arbeits- und Forschungsgebiete: Deutsche Geschichte und Literatur des Kaiserreichs und der Nachkriegszeit, Interkulturelle Landeskunde- und Literaturvermittlung. Wissens- und Kulturtransfer Afrika-Deutschland im kolonialen Kontext.


Stefanie Michels, Dr. phil., Jahrgang 1971. Studium der Afrikanistik, Geschichte, Wirtschaft und Ethnologie in Köln und London. 2003 Promotion über die Konstruktion und Umkämpftheit kolonialer Macht im Crossrivergebiet Kameruns. Derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Forschungsprojekt „Askari - treu bis in den Tod“ am Institut für Afrikanistik der Universität Köln. Forschungsschwerpunkt: deutscher Kolonialismus als Oszillation zwischen realer, imaginierter, widersprochener und angeeigneter Handlungs-, Deutungs-, und Erinnerungsmacht. Initiatorin von depo (deutschland-postkolonial - erinnern und versöhnen). Vizepräsidentin der Association Germano-Camerounaise pour la recherche historique (AGECARH).


Pierre Kodjio Nenguie, Dr. phil., ist 1965 in Babété (Kamerun) geboren. Eer studierte Deutsche Philologie, Politikwissenschaft, Ethnologie und Pädagogik an derUniversität Yaoundé, an der Ecole Normale Supérieure Yaoundé und an den Universitäten Saarbrücken und Münster. Er arbeitete dann als Deutschlehrer für Kameruner Sekundarschulen. 2003 promovierte er über das Thema „Interkulturalität im Werk von Alfred Döblin“. Seit 2002 ist er neben seiner Tätigkeit als Deutschlehrer Lehrbeauftragter an der Université Yaoundé I und an der Ecole Normale Supérieure Yaoundé. Seit April 2005 ist er Stipendiat des DEUTSCHEN 204 LITERATURARCHIVS (Marbach). Publikationen zur modernen deutschen Literatur, Interkulturalität und internationalen Studien.

Paulette Reed-Anderson, M.A. (born 1945 in Pittsburgh, Pennsylvania, USA) is the director of the Center for African Diaspora Research in Germany. The Center’s archive, established in 2001, is the first of its kind dedicated to the history of the African Diaspora in Germany. The historian and author studied Modern History in San José, California, USA and Berlin, Germany. Her research areas include German Colonial History, the African Diaspora in Germany, and German Social and Economic History. She has lectured in Germany, Canada, and the United States.


Salifou Traoré, Dr. phil, Jahrgang 1965. Studium der Germanistik, Psychologie, Übersetzungswissenschaft sowie Wirtschaftswissenschaf-ten in Bamako und Saarbrücken. Promotion 2000; zurzeit 2000 Dozent für Neuere Deutsche Sprachwissenschaft an der Ramkhamhaeng University Bangkok. Arbeits- und Forschungsgebiete: Deutsche Gegenwartssprache, Grammatik und Kultur, Zwei- und Mehrsprachigkeit, kognitive und neurophysiologische Grundlagen des Spracherwerbs.


Joachim Zeller, Dr. phil., geb. 1958 in Swakopmund/Namibia, Studium der Geschichte, Kunst und Deutsch in Berlin und Frankfurt/M., lebt als Historiker in Berlin; Veröffentlichungen zur Kolonial-, Denkmal- und Fotogeschichte.


 
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  Inhaltsverzeichnis
Ausgabe 2
 
 

Vorwort5
Thematischer Teil  
Bonamanga. Eine kosmopolitische Familiengeschichte
Jean-Pierre Félix Eyoum, Stefanie Michels, Joachim Zeller (München, Köln, Berlin)
11
Hearing Colonial Voices:
Martin Dibobe and the 1919 Cameroonian Petition
Paulette Reed-Anderson (Berlin)
49
Diskursespiele in deutschen Kolonialtexturen:
Anmerkungen zu Hans Paasches publizistischen Texten
Pierre Kodjio Nenguie (Yaoundé)
65
Ecrire par devoir de mémoire.
L’histoire coloniale allemande dans la littérature camerounaise francophone
Albert Gouaffo (Dschang / Saarbrücken)
79
Von Cette Afrique-là nach Kilomètre 30:
Postkoloniale Identifikation mit dem Peiniger am Beispiel Kamerun
Esaie Djomo (Dschang)
93
„Otomo – der Stadtfeind“ – Chronik einer Duldung
Ute Fendler (Saarbrücken)
109
Allgemeiner Teil 
Zum Kulturbegriff
Lutz Götze (Saarbrücken)
125
Didactique de la littérature et Interculturalité:
l’enseignement de la littérature, un atout pour l’enseignement des langues et des cultures
étrangères au Burkina Faso.
Jean-Claude Bationo (Saarbrücken)
143
Rezensionen187
Abstracts195
Zu den Autoren 201
Vorankündigungen205
Call for Papers 205
Hinweise fürAutorinnen und Autoren 207